
Franz Hohler trat schon 1968 im Kellertheater Bremgarten auf – und seither glücklicherweise immer wieder. An diesem Abend führt er uns durch sein reichhaltiges literarisches Gesamtwerk. In seinen Geschichten löst sich die Wirklichkeit unmerklich auf und macht Ereignissen Platz, die sich unserer kühlen Logik entziehen. Mit wachem Blick für beunruhigende Details erzählt er von der Brüchigkeit und der Tragikomik unseres Alltags, aber auch von seiner Poesie.
Franz Hohler, «geboren 1943, am ersten März in, eehm, ich hab die ersten Male, als ich dies gefragt wurde, immer gesagt, in Biel, im Kreisspital. Meine Mutter hatte mir das sogar gezeigt, es ist heute ein Kulturzentrum Pasquart. Vielleicht hab ich schon bei der Geburt etwas Kulturschaffendes ausgestrahlt. Tatsache ist, ich habe erst bei der Geburt meines ersten Sohnes realisiert, dass diese an sich richtige Angabe falsch ist. Man ist dort geboren, wo die Eltern zur Zeit der Geburt wohnhaft sind, demnach wäre ich in Seewen, Kt. Solothurn geboren. Aber als ich dies merkte, war ich schon auf einer literarischen Schweizerkarte mit einem ganz kleinen Passfoto in Biel neben Robert Walser abgebildet, und dachte dann, diesen Platz geb ich nicht mehr her. Also geboren in Biel, mit vier Jahren mit den Eltern nach Olten gezogen, wäre ja noch schöner, wenn die Eltern ihren Vierjährigen in Seewen zurückgelassen hätten. Ab dann in Olten aufgewachsen. Matur in Aarau. Fünf Semester Germanistik und Romanistik in Zürich. 1965 erstes literarisch-musikalisches Soloprogramm "pizzicato", ab dann freischaffender Kabarettist und Schriftsteller, wohnhaft in Zürich.»