Macbeth 2020
kellertheater bremgarten

Philipp Galizia und Chrigi Roffler

Am Seil abeloo

Musikalisches Erzähltheater

Allgemein
Mitwirkende

Lunzi, der Totengräber, ist tot. «Ändgültig ustrunke, d Schufle n abgä, am Seil abeglo.» Derweil im Säli das Leichenmahl serviert wird, setzt sich Philipp mit seinem Kontrabass in die leere Gaststube. An jenen Tisch, an dem Lunzi immer gesessen hatte.

Ein Bier lang erzählt er mit seinem unverwechselbaren Schalk Geschichten und Episoden aus dem Alltag des knorrigen und verschmitzten, gutmütigen und wortkargen Totengräbers. Er lässt uns am erdigen Handwerk teilhaben, führt uns ins Bestattungswesen ein, geht mit uns durch die Grabreihen, singt und sinniert über Vergangenes und Vergängliches. Den Tod als stummen Gast an der Seite.

De Totegräber

Si händ e nid grad ernscht gno im Dorf. Totegräber isch für si en abgänte Bruef gsi. Wenn er noch der Arbet im Wirtshus sis Bierli trunke hed, händs e gföpplet und gfötzlet. Er hed nüd gseid und heds lo rede. «Wartid nur», hed er dänkt, «öi loni zletscht no all zäme n am Seil abe.»


MUSIKER, ERZÄHLER, SCHAUSPIELER

Philipp Galizia gehört zu den Originalen in der Schweizer Kleinkunstszene. Er ist in Muri geboren. (Oberfreiamt)

Seine erzählerischen Mittel sind sein spröder Charme und sein zwiebacktrockener Humor. Und nicht zuletzt die Langsamkeit: Denn Galizia ist ein Meister der «Suspense»: Er nimmt sich Zeit, lässt den Worten Raum und lässt die Zuhörer auch mal zappeln.

Philipp Galizia steht für Worte und Saiten, Chrigi Roffler drückt die richtigen Tasten.

Philipp Galizia, 1965, geboren in Muri/AG, gelernter Kontrabassist, startete seine künstlerische Karriere in jungen Jahren neben seiner Lehre als Fotofachangestellter und machte in verschiedenen Formationen mit; mit der Familie Trüeb wäre man beinahe berühmt geworden. Mit dem Pfannestil Chammer Sexdeet gewann er den Salzburger Stier. In Theaterproduktionen wie der kleinen Niederdorfoper im Bernhard-Theater Zürich machte er genauso Furore wie im Freilichttheater «Amerika» (2023) in Muri.

Philipp Galizia ist ein begnadeter Erzähler, dem minimale Gestik genügt. In seiner Solokarriere wählt er eigene Wege, und das Publikum geht gerne mit. Nicht zuletzt seine Langsamkeit ist charakteristisch. Galizia ist ein Meister der «Suspense»: Er nimmt sich Zeit, lässt den Worten Raum und lässt die Zuhörer auch mal zappeln.

 

Chrigi Roffler, Piano. Eigentlich wollte Christian Roffler Fussballer werden, wozu ihm leider das Talent fehlte. Zum Glück stand in der Kinderstube ein Klavier. Und so tauchte er, zum Leidwesen seiner Eltern und Geschwister, immer tiefer in die Welt der Musik ein. Einmal ist er beim Begleiten einer Jimi Hendrix-Aufnahme, das Klavier war natürlich offen und somit möglichst laut, fast von einer gerissenen Basssaite erschlagen und zerkratzt worden. Seither ist er ein fundamentaler Befürworter geschlossener Instrumente, was auch seine Familie zu begrüssen wusste. Mittlerweile liegt sein erstes Konzert weit über dreissig Jahre zurück, das er mit zertrümmertem Knie und Krücken nach einem Grümpelturnier über die Bühne brachte. Auf der Bühne oder im Studio spielt er wirklich mit «allem, was Rang und Namen» in der Musikwelt hat.