Kellertheater Bremgarten
Schellenhausplatz
5620 Bremgarten AG

Gastspiel

Samstag, 30.05.2009, 20.15 Uhr

Ursina Gregori, Ben Jeger, Max Rüdlinger, Charlotte Wittmer

Rochholz – die Aare träumt

Vom Hoggemaa ond schtruube Wiiber

Die alte Linde singt und die heilige Verena schwimmt auf einem Stein die Aare hinunter. Der Rüfeguggis badet im Blut von zwölf Jungfrauen, um gesund zu werden. Das Anneli geht mit seinem toten Geliebten ins Wasser, und die Brandzeichen des Brünnligen versetzen die Menschen in helle Panik.
Diese verwunderlichen, kruden Geschichten aus dem Aargau hat Ernst Ludwig Rochholz vor 150 Jahren aufgeschrieben. Und sie gehen heute noch unter die Haut. Ihre Surrealität ist irritierend und packend zugleich. Zwischen Visionen und handfesten Tatsachen ist der Unterschied fliessend, selbst die Steine sind beseelt und alles ist real.

Der bekannte Schweizer Autor Hansjörg Schneider hat nun für diese Sagen eine karge lakonische Sprache gefunden. Er liebt den Aargau seiner Kindheit, was seinen Erzählungen eine reiche Lebendigkeit verleiht.
In der Inszenierung von Marion Schmidt-Kumke agiert das Ensemble als Grenzgänger zwischen diesen scheinbar weit entlegenen Welten. Mit einem Fuss im Schlamm von vorgestern und dem andern im Sumpf von heute.
Ben Jegers Livemusik schlägt da eine Brücke. Die Klänge seiner archaischen Instrumente (z.B. Glasharfe, Zither, singende Säge) kommen von weit her, seine Musik ist aber von heute.
Für die Theaterproduktion „Rochholz“ hat sich eine spannende, überregionale Truppe gefunden. Ursina Gregori und Charlotte Wittmer sind als Kapelle Sorelle wohl bekannt. Zu ihrer trockenen clownesken Art musikalisch Geschichten zu erzählen ist Max Rüdlinger mit seiner pointierten Lakonie und bekennenden Sprachlastigkeit eine aufregende Ergänzung.

Mit Ursina Gregori, Ben Jeger, Max Rüdlinger und Charlotte Wittmer
Von Hansjörg Schneider
Regie/Dramaturgie: Marion Schmidt-Kumke
Musik: Ben Jeger
Kostüme: Noelle Blancpain
Bühne: Bettina Ginsberg
Licht: Edith Szabò
Produktionsleitung: Markus Wolff

Eine Koproduktion mit ThiK, Theater im Kornhaus Baden
und Theater Tuchlaube Aarau

“Die Geschichte ist ein Engel, den ein Sturm rückwärts in die Zukunft bläst. Der Engel möchte zurückfliegen in die Vergangenheit, um Verlorenes zu finden, um Kaputtgegangenes zu reparieren. Doch der Sturm bläst den Engel rückwärts in die Zukunft.” (Laurie Anderson)

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