Kellertheater Bremgarten
Schellenhausplatz
5620 Bremgarten AG

Gastspiel

Samstag, 29.11.2008, 20.15 Uhr

Graziella Rossi, Helmut Vogel, Klaus Henner Russius + 3 SängerInnen

Meisterklasse

Eine Liebeserklärung an Maria Callas

Am Ende ihrer Bühnenkarriere gab Maria Callas an der New Yorker Juilliard School ihre letzten Master-Classes. Mit dem auf diesen Unterrichtsstunden basierenden Theaterstück «Meisterklasse» von Terrence McNally spüren Graziella Rossi, Helmut Vogel und Klaus Henner Russius dem tragischen Leben der eigenwilligen Operndiva nach.

Rossi - Vogel

Didaktisch war sie nicht besonders begabt. Vielmehr überforderte sie ihre Schüler und verunsicherte mit ihrer Ungeduld und Launenhaftigkeit gerade auch die guten unter ihnen. Die grosse Zeit ihrer Opernkarriere war bereits vorbei, als Maria Callas 1971/72 an der renommierten Juilliard School zwei Master-Classes gab. Der amerikanische Autor Terrence McNally besuchte die öffentlichen Lektionen und war von Callas' Persönlichkeit so fasziniert, dass er in einem Stück («Master Class», 1995) eine Charakterstudie der Sängerin anfertigte.

«Meisterklasse» zeigt die Belcanto-Primadonna an einem fragilen Punkt ihres Lebens, von dem aus sie mit zunehmender Bitterkeit auf ihren schwindenden Ruhm zurückblickt. Sie sammelt noch einmal ihre Kräfte, um ihre Erfahrungen und Überzeugungen an die nächste Sängergeneration weiterzugeben. Doch diese Stunden sind gleichzeitig ihr letzter grosser Auftritt, und am Ende weiss auch sie selbst, dass ihre Zeit als gefeierter Opernstar vorbei ist. Als Gegenfigur zu ihrer Egozentrik und Exaltiertheit in McNallys Stück fungiert dabei der bescheidene Korrepetitor, ein jüdischer Emigrant, der die Diva freundlich unterstützt – während sie sich partout seinen Namen nicht merken kann oder will.

«Bei Maria Callas gab es keine Halbtöne», sagt Graziella Rossi, «bei ihr war alles absolut gesetzt.» Die Extreme, in denen sich die legendäre Opernsopranistin mit ihrer Karriere und ihren schwierigen Beziehungen zu Männern bewegte, liessen Rossi nicht mehr los. «Jeder ihrer Auftritte war ein Kampf», sagt die Schauspielerin und Sängerin über die Callas. «Sie löste bei ihrem Publikum starke Gefühle, aus – man konnte ihr einfach nicht passiv zuhören.» Der Opernstar wurde deswegen vergöttert, aber auch beneidet und gehasst. Sie sei keine Sängerin, sagte Maria Callas einmal über sich selbst, sondern eine Schauspielerin, die singe. Tatsächlich wirkt ihre ausdrucksstarke dramatische Gestaltung von Opernrollen noch immer nach und beeindruckt in Ton- und Bilddokumenten – während Stimmtechnik und Intonation heutigen Massstäben kaum mehr genügen würden.

Rossi spielt eine Sängerin, die sich als Schauspielerin verstand und ihren Schülern vor allem darstellerische Fähigkeiten vermitteln wollte. «Und ich», sagt Helmut Vogel, «gebe einen Schauspieler, der Klavier spielt.» Allerdings greift er in «Meisterklasse» auf der Bühne auch wirklich selbst in die Tasten. Der geborene Wiener ist ausgebildeter Schauspieler und Musiker.

Anna Steiner, Olga Kindler und Daniel Bentz spielen und singen Callas' Meisterklasse-Studenten. Dazwischen sind in den Rückblenden durch die Vergangenheit der Primadonna immer wieder von McNally für die Aufführungen genau vorgeschriebene historische Tonaufnahmen zu hören.

In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bremgarten:

Werkeinführung: Daniel Bentz, 19.00 Uhr, anschliessend Apéro.
Anmeldung bis 12.11.2008: 056 633 41 55 oder vhs.bremgarten@freesurf.ch. Kursgebühr: Fr. 39.— (inkl. Einführung, Apéro und Vorstellung).

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