Kellertheater Bremgarten
Schellenhausplatz
5620 Bremgarten AG

Gastspiel

Samstag, 15.11.2008, 20.15 Uhr

Henri Glovelier et son groupe

Danse avec le vent

Französische Chansons, eigenwillig und schonungslos ehrlich

Der in Bremgarten wohnhafte Heini Heitz war schon seit Jahren als Musiker, Komponist und Songwriter für andere Künstler tätig, als er im Winter 2001 begann, eigene Songs in französischer Sprache zu schreiben. Im Herbst 2005 entschloss er sich zur Produktion einer ersten CD mit fünf ausgewählten Chansons. Dazu formierte er eine Band aus professionellen, erfahrenen Musikern. Im Frühling 2006 begannen die Aufnahmen und wurden im Oktober desselben Jahres abgeschlossen. 2007 folgten erste erfolgreiche Auftritte, solo und mit Band. Als Chansonnier tritt Heini Heitz unter dem Namen „Henri Glovelier“ auf.

Ausschnitte aus einem Portrait von Dieter Kohler, erschienen in der Aargauer Zeitung am 11.09.2007:

Henri Glovelier klingt schonungslos ehrlich

Heini Heitz will mehr sein als Produzent und Begleitmusiker. Deshalb singt der Aargauer nun auf Französisch mit schwermütiger Stimme.

Wenn Studiomusiker eine Solokarriere starten, dann entsteht in der Regel sehr persönliche Kunst. Losgelöst vom Zwang, anderen Sängern und Musikern zuzudienen, kehren sie ihr Inneres nach aussen. Das ist der Fall beim 44-jährigen Komponisten, Texter und Begleitmusiker Heini Heitz, der unter dem Künstlernamen Henri Glovelier nun seine eigenen Wege geht. Er tritt als Chansonnier auf und legt mit «Danse avec le vent» ein eigenwilliges Erstlingswerk vor.

Dass der in Bremgarten lebende Aarauer französische Chansons singt, unterstreicht seinen Willen, sich von seiner Vergangenheit als Mitmusiker und Produzent (Nora Zoom, Jenny White, Michael Williams) zu lösen. «Früher musste ich mich anderen Leuten anpassen und ihnen Musik und Texte auf den Leib schreiben. Heute zählt nur, was ich fühle», sagt Heitz alias Glovelier, der schon als kleiner Bub Gedichte schrieb und über seine Mutter, eine ehemalige Organistin an der Stadtkirche Aarau, früh in Kontakt mit Musik kam.

Glovelier singt mit feiner Stimme, Schwermut ist hörbar, zieht einen aber nicht in die Tiefe. Das leichte Timbre passt zum Chanson-Stil: «Ich war ein schlechter Französischschüler, fühle mich dieser Sprache aber sehr verbunden. Es tönt weniger kratzig als die Mundart. Und ich bin fasziniert von der Schönheit Südfrankreichs, den Pyrenäen und der Côte Vermeille in der Nähe von Perpignan.» Über Bühnenprojekte der Tanzkompanie More Space kam er in Kontakt mit französischsprachigen Künstlern, die ihm heute beim Feinschliff der Texte behilflich sind.

Henri Glovelier ist ehrlich und offen. In seinen Liedern ist kein Ton zu viel, keine Textzeile überflüssig – der Deutschschweizer singt in bester Chanson-Tradition. Damit entfernt er sich von der derzeitigen Tendenz, in der französischsprachigen Musik möglichst viele Musikstile zu einem wilden Popsound zu mischen. So, wie Mani Matter von Patent Ochsner abgelöst wurde, hat sich auch das Chanson weiterentwickelt. Henri Gloveliers Musik ist antizyklisch. Er greift in einem Moment auf das traditionelle Chanson zurück und nimmt im anderen davon Abschied – ohne dass er sich davon beirren liesse: «Egal wo man mich einreiht, Hauptsache meine Musik ist ehrlich.» Im Titelstück singt er «Je veux me libérer». Freie Sicht auf das Chanson des Aargauers Henri Glovelier.

Gesang, Gitarre: Henri Glovelier
Schlagzeug: Remo Borner
Bass: Felix “Kü” Kübler
Piano/Hammond: Chris Heule
Gitarre: Richard Koechli
Chor: Priska Lüdi
Tontechniker: Patrik Schwitter
CD: henri glovelier: Danse avec le vent.

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