Kellertheater Bremgarten
Schellenhausplatz
5620 Bremgarten AG

Gastspiel

Samstag, 22.10.2011, 20.15 Uhr

Hujässler

Konzert

Bis zum heutigen Tag bleiben die Huj-Machenschaften geprägt von einer geradezu bigotten Unentschiedenheit hinsichtlich ihrer Haltung zum Thema Tradition-Innovation. Kaum schleichen sie sich CD-mässig mit dem „Grenzgänger“-Programm in progressive Hörstuben, streichen sie einem mit „Verrukti Cheibe“ gleich wieder fadengerade hingeschmissene Standards von Kasi (Geisser) bis Kaspi (Muther) un-ter die Nase. Als Stammgäste an der Steiner-Chilbi bezahlen sie ihren jeweils acht-stündigen Parcours durch die Innerschweizer Ländlergeschichte und die Brissago-Schwaden im legendären Gasthaus Rössli mit dem gelegentlichen K.O. des Front-bläsers, um handkehrum zur Abkühlung des eigenen Übermuts gleich den weissen Saal des KKL für ein happiges HujGroup-Showcase zu buchen (inkl. Produktion ei-ner Live-Doppel-CD). Da wird über Nacht ein langjähriger Verehrer mit einer Firmen-Hommage in Tonträgerform bedient (CD „Quart-Trösch“), und im Gegenzug ein mit Streichquartett samt Zusatzgästen an Schlagzeug und Gitarre aufgemotztes Kon-zertprogramm aus dem Boden gestampft.

Ja was denn nun? Strenge Zucht der austarierten Tonsetzerei oder wilde Sucht der Stegreif-Hurerei? Das Eine bedingt offensichtlich das Andere, darf man getrost bilan-zieren: Die so genannte „Neue Volksmusik“, für welche die Hujässler landauf, landab als Richtpfahl gehandelt werden, klingt nirgends spannender und zwingender, als wenn sie von solch geeichten Kämpen serviert wird, und eine Clique von Geigen-bänklern, die ihren Lustgewinn auch mal aus einer Heavy Metal-Fuhr oder einem Hip-Hop-Act zieht, erweist sich durchaus als Gewinn bringend für das muntere Quellsprudeln einer vitalen Volksmusiktradition. Da mag dann etwa ein Karl Dillier, seines Zeichens Chef der Schwyzer Sektion im Verband Schweizer Volksmusik, ger-ne mit einer sozusagen revolutionären Neu-Definition der real existierenden Ländler-stile aufwarten – die Hujässler decken das aufgezeigte Genre-Spektrum in seiner ganzen Breite von „fätzig“ über „lieblich“ bis „konzertant“ problemlos ab – und mi-schen grinsend die Karten für den nächsten Huj-Jass…

Weitere Informationen zu den Hujässler

Online-Platzreservation ist leider zur Zeit für diese Vorstellung nicht möglich.

Text, Dramaturgie: Anton Bruhin
Musiker: Dani Häusler, Markus Flückiger, Reto Kamer, Sepp Huber

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