Kellertheater Bremgarten
Schellenhausplatz
5620 Bremgarten AG

Gastspiel

Samstag, 25.09.2010, 20.15 Uhr

Hanna Scheuring

Grönland

Ein Dialektstück für Hanna Scheuring

Eine Frau steht am Rand. Ihr Mann liegt nach langer Krankheit tot im Nebenzimmer. Bevor sie den Arzt informiert, hält sie inne. Sie will Abschied nehmen, indem sie sich erinnert. Sie redet sich einen Boden unter die Füsse. Boden, auf dem sie wird stehen können, auch ohne ihren Mann. Sie erinnert sich an eine geglückte Liebe und an ihre Existenz als Schauspielerin: an ihre Anfänge und ihre Zeit als Star einer Soap am Schweizer Fernsehen. Anna ist ausser sich – und doch bei sich. Dies gibt ihrer Rede Dringlichkeit, Furor und den Galgenhumor einer Frau, die zwar am Abgrund steht, aber genau weiss, sie wird über diesen Abgrund hinwegspringen und auf der anderen Seite ihren Weg gehen und weiterleben. Sie weiss, es ist die Liebe, die uns am Leben hält, das der Tod uns nimmt. Diese Distanz und der daraus entstehende Humor sorgen dafür, dass Annas Rede nicht zur Anklage oder gar Abrechnung wird. Auch Thomas, ihr gestorbener Mann, bekommt eine Stimme. Diese Stimme aus dem Reich, das sich nicht auf dieser Welt befindet und keine Rücksicht zu nehmen braucht. Stimme aus der Vergangenheit und der Zukunft zugleich.

Hanna Scheuring
Geboren 1965 in Nussbaumen, AG. Ausbildung zur Schauspielerin in Bern. Sie Spielte einige Jahre am Landestheater Marburg und am Theater Trier. Bekannt durch die Rolle der Vreni in der Sitcom ‚Fascht e Familie’ von SF. Man sah sie in vielen Kino- und Fernsehfilmen und in der Soap ‚Lüthi und Blanc’. Sie lebt in Zürich.

Jean Grädel
Geboren 1943 in Hefenhausen, TG. Lehrer Studium der Germanistik, Kunstgeschichte & Theaterwissenschaften. 1971 Gründung des Theaters ‚die Claque’ in Baden; 1976 Gründung des Theaters ‚Spatz & Co.’, Baden. 1988 – 1997 Direktor des Theaters an der Winkelwiese in Zürich, bis 2004 Co-Direktor des Theaterhauses Gessneralle in Zürich. 2004 – 2007 künstlerischer Leiter des Theater an der Sihl. Seither freier Regisseur. Bisher über 120 Inszenierungen. Dozent, Projektleiter.

Hansjörg Schertenleib
Geboren 1957 in Zürich. Besuch der Kunstgewerbeschule Zürich. 1980 – 1984 Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift ‚orte’. Seit 1981 freier Schriftsteller. 1993/1994 Hausautor am Theater Basel unter Frank Baumbauer. Veröffentlichte 17 Bücher, die mit vielen Preisen ausgezeichnet und in über ein Dutzend Sprachen übersetzt wurden. Lebt in Irland und Zürich.

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Text, Dramaturgie, Musik: Hansjörg Schertenleib
Regie: Jean Grädel
Off-Stimme: Norbert Schwientek

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